Zu viele Anfragen? So bekommst du passendere
Kurz gesagt: Eine Website ist nicht dafür da, dass du noch mehr Anfragen bekommst. Sie ist dafür da, dass du weniger Ablehnung, weniger Telefonstress und passendere Anfragen hast.
Viele Handwerker sagen: „Ich brauch keine Website. Ich hab eh schon zu viele Anfragen.“
Das ist verständlich. Wenn du jetzt schon Wochen im Voraus voll bist, klingt „online besser gefunden werden“ erst mal wie das letzte Problem, das du brauchst.
Der Trugschluss ist nur: Ohne Website hast du keine Kontrolle darüber, welche Anfragen reinkommen. Du bekommst mehr Telefonklingeln, mehr „machst du auch …?“, mehr Fahrerei für falsche Umkreise und mehr Gespräche, die am Ende nicht passen.
Eine gute Website ist dann kein Lautsprecher. Sie ist ein Filter.
1) Warum „zu viele Anfragen“ oft trotzdem Stress bedeutet
Wenn die Website fehlt oder unklar ist, passiert meistens das:
- Du bekommst Anfragen aus dem falschen Einzugsgebiet.
- Du bekommst Anfragen für Leistungen, die du gar nicht anbietest.
- Es melden sich Leute, die nur „mal einen Preis“ wollen.
- Du erklärst immer wieder dieselben Dinge (Ablauf, Wartezeit, Mindestauftragswert).
Das Ergebnis: Du arbeitest zwar voll, aber du verlierst Zeit an Dinge, die du gar nicht machen willst.
2) Zielbild: weniger Anfragen, dafür passendere
Was „passend“ heißt, bestimmst du. Zum Beispiel:
- Aufträge ab einer bestimmten Größenordnung.
- Nur im Umkreis von X Kilometern.
- Nur bestimmte Gewerke oder Spezialisierungen.
- Nur Kunden, die mit euren Wartezeiten leben können.
Deine Website hilft dir, das vor dem ersten Gespräch klar zu machen.
3) Schritt 1: Einzugsgebiet und „machen wir / machen wir nicht“ sichtbar machen
Das ist der schnellste Filter.
So machst du es konkret
- Schreibe auf die Leistungsseite: „Wir arbeiten in …“Beispiel: „Wir arbeiten in Würzburg und im Umkreis von 25 km.“
- Ergänze eine kurze Liste: „Das machen wir“ und „Das machen wir nicht“ Kein Roman. 5 Punkte reichen.
Woran du merkst, dass es passt: Du bekommst weniger „Kannst du auch mal eben …?“ am Telefon.
4) Schritt 2: Preisrahmen nennen (damit du keine Telefon‑Preisdiskussionen führst)
Viele falsche Anfragen kommen, weil Leute keine Orientierung haben.
Du musst keinen „Festpreis“ nennen. Es reicht oft:
- „Typische Arbeiten liegen meist zwischen … und …“
- „Start ab …“
- „Wir starten ab einem Mindestauftragswert von …“
Woran du merkst, dass es passt: Du bekommst weniger Gespräche, die nach 30 Sekunden am Preis scheitern.
5) Schritt 3: Kontaktformular statt „Ruf an“ (und das Formular muss vorqualifizieren)
Ein Kontaktformular ist nicht nur „Kontakt“. Es ist dein Vorfilter.
Gute Formularfelder (praxisnah)
- Ort / PLZ
- Gewünschte Leistung (Auswahl)
- Kurzbeschreibung (1–2 Sätze)
- Wunschzeitraum
- Foto hochladen (wenn sinnvoll)
Woran du merkst, dass es passt: Du kannst in 10 Sekunden entscheiden, ob du antwortest.
6) Schritt 4: FAQ, die dir Zeit spart
FAQ ist nicht „nett“. FAQ ist „Feierabend“.
Nimm die 10 Fragen, die du ständig hörst, zum Beispiel:
- „Wie schnell könnt ihr?“
- „Arbeitet ihr auch samstags?“
- „Kommt ihr auch nach …?“
- „Was kostet das ungefähr?“
- „Wie läuft das bei euch ab?“
Woran du merkst, dass es passt: Weniger Rückfragen, mehr Anfragen mit den richtigen Infos.
7) Schritt 5: Ablauf in 3 Schritten (damit Kunden wissen, was sie erwartet)
Beispiel:
- Anfrage über Formular (mit Ort, Leistung, Foto)
- Rückmeldung innerhalb von X Werktagen
- Termin vor Ort oder Angebot
Woran du merkst, dass es passt: Kunden akzeptieren eure Spielregeln schneller.
Mini‑Beispiel aus der Praxis
Ein Betrieb hat genug Arbeit, aber das Telefon klingelt ständig.
Nach dem Umstellen der Website auf:
- klarer Umkreis
- klare Leistungen
- Preisrahmen
- Formular statt „Ruf an“
… kommen weniger Anfragen. Aber die, die kommen, sind deutlich besser vorbereitet und passen häufiger.
Häufige Fehler und wie du sie schnell korrigierst
„Wir machen alles“
→ Besser: Spezialisierung und klare „machen wir / machen wir nicht“ Liste.
Kontakt nur per Telefon
→ Besser: Formular als Vorfilter, Telefon als Ausnahme.
Keine Preise genannt
→ Besser: Preisrahmen oder Mindestauftragswert.
Keine FAQ
→ Besser: 10 Fragen, die du sowieso jeden Tag beantwortest.
Nächster Schritt
Wenn du willst, kannst du diese Filter‑Bausteine direkt in deine Website einbauen und testen.